03 April 2020    
 
 
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   Bergedorfer MarschenAngeboteGottesdienstePassion & Ostern

Unsere Gottesdienste in der Passionszeit

Zu-Hause-Gottesdienst für Sonntag, 29.3.2020:

(Der Ablauf und die Gebete stammen von Elisabeth Rabe-Winnen aus dem Zentrum für Gottesdienst und Kirchenmusik im Michaeliskloster, Hildesheim.)

 Alleine, zu zweit oder mit der Familie können Sie/ könnt ihr diese Andacht feiern. Man braucht dazu nicht viel. Einen ruhigen Ort. Eine brennende Kerze. Das war’s auch schon. Und nicht vergessen, die Kerze nachher wieder auszumachen…

Andacht zur Einkehr und um sich an verschiedenen Orten miteinander zu verbinden

 

 

 

Es geht los:

Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Gebet (eine*r betet für sich oder alle, die in der Wohnung/Haus sind beten gemeinsam laut)

Gott. Ich bin hier.

Und Du bist hier.

Ich bete zu Dir.

Und weiß: Ich bin verbunden.

Mit Dir.

Mit anderen, die zu Dir beten.

Genau jetzt.

Ich bin hier.

Und Du bist hier.

Das genügt.

Und ich bringe Dir alles, was ist.

Stille

Höre auf mein/unser Gebet.

Amen

 

Bibeltext des Tages                          Neues Testament: Brief an die Hebräer 13, 12-14

 

Darum hat auch Jesus, damit er das Volk heilige durch sein eigenes Blut, gelitten draußen vor dem Tor. So lasst uns nun zu ihm hinausgehen vor das Lager und seine Schmach tragen. Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.

Lied des Tages: In dir ist Freude (Evangelisches Gesangbuch Nummer 398) Text lesen oder singen

 

Verkündigungsimpuls

Jesus wird in diesem Bibeltext als allein beschrieben, draußen vor dem Tor, außerhalb der schützenden Stadtmauern, ohne jemanden bei ihm. Alleine mit der Schmach, die er für andere trägt. Wie kann man diese Einsamkeit und Abgrenzung von Jesus in einer Kirche darstellen? Das überlegten einige Kollegen und ich, als wir uns im Februar in einem Workshop mit Bibeltexten der Passionszeit beschäftigten. Da kam uns eine Idee: Absperrband um das Kreuz herum! Keiner darf hier durch, keiner darf zu ihm. Er ist von uns und von allen getrennt. Damals hätten wir uns nie träumen lassen, dass diese Idee in kurzer Zeit Wirklichkeit werden würde. Im Hamburg von heute gibt es Absperrband um die Spielplätze und geschlossene Türen überall. Ja, auch die Kirchen haben am heutigen Sonntag wieder zu. Drinnen, alleine, das Kreuz, der Altar. Aber nicht weil Jesus alleine sein muss – wir sind es, die nicht zu ihm dürfen.

Und meine Kollegen und ich hätten uns auch nicht träumen lassen, wie viele Menschen heute „draußen vor dem Tor“ alleine in den Krankenhäusern, Altenheimen und zu Hause sind. Da sind mit Corona Infizierte und ihre Angehörigen, die nicht zusammenkönnen. Da sind andere Kranke und Alte, die ebenfalls keinen Besuch haben dürfen. Da sind Mütter im Kreißsaal, die ohne einen vertrauten Menschen an der Seite ihr Baby zur Welt bringen.

Mit all diesem vor Augen wird mir immer stärker bewusst, wie wichtig wir Menschen füreinander sind. Wir sind einfach Herdentiere, die einander brauchen!

Im Bibeltext aus dem Hebräerbrief kann man auch mitverfolgen, dass die Einsamkeit Jesu beendet werden muss und die Menschen es einfach nicht aushalten, ihn allein zu lassen. Alle sollen rausgehen zu ihm und ihm beistehen. Indem sie sich solidarisch als Christinnen und Christen zu erkennen geben und sagen: Er hat nicht umsonst gelitten, sondern für uns. Und wir tragen weiter, was wir von ihm gelernt haben. Wir lassen sein Leben in uns selbst weiterleben.

Heute auf dem Weg nach Ostern, das so anders sein wird, können wir unsere Solidarität mit einander und mit leidenden Menschen auch ausdrücken. Indem wir für andere beten, denn Fürbitte heißt, jemandem einen Engel zu schicken, sagt Martin Luther. Und ein Engel ist bestimmt nicht ansteckend, der kann auch von der Enkelin an den Opa und zurück wandern. Wir können anderen beistehen durch ein Telefonat, denn auch in Krankenhäusern und Altenheimen darf man anrufen. Wer gerne regelmäßig helfen will und eine (Telefon-)Seelsorgeausbildung hat, kann sich an das Seelsorgezentrum St. Petri wenden (mehr dazu am Ende des Newsletters).

Schöne kreative Aktionen, um jemanden ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern, stelle ich weiter unten vor.

Neben aller Hilfsbereitschaft und dem Gefühl „Ich will was tun“, dürfen wir aber nicht vergessen, dass wir selbst verwundbar sind. Jeder und jede ist betroffen von der Situation, von den Einschränkungen. Es ist nicht leicht, es gibt Höhen und Tiefen. Sich jemandem zuzuwenden heißt dann auch, für den Moment von den eigenen Sorgen abzusehen um offen zu sein für das Herz eines anderen. Damit das gelingen kann ist es wichtig sich vor Augen zu halten was im eigenen Leben gerade belastend ist und es dann vor Gott abzulegen. Durch ein paar einfache Worte und Gedanken, die frei machen können. Wir brauchen nicht alleine mit unseren Sorgen zu bleiben, wir können sie vor Gott bringen.   

Im Bibeltext heißt es weiter: Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die Zukünftige suchen wir. Komisch, vor Corona war alles so gut eingerichtet im Leben. Da war es eher ein frommes Bekenntnis zu sagen: Diese Welt ist eigentlich nicht unser Zuhause. Und jetzt? Jetzt wird mir immer deutlicher, dass Vieles was „so groß und wichtig erscheint“, wie Reinhard Mey singt, gar nicht das Wesentliche ist. Neue Couch/ Auto/ Küche/ Schuhe oder nicht, Partys, sitzt die Frisur, was Reden/ Denken die Anderen über mich– So Vieles verliert angesichts der Lage an Bedeutung. Wichtig werden ganz grundlegende Dinge wie Gesundheit, Leben, Gemeinschaft, Achtsamkeit mit sich selbst. Vielleicht bietet sich die Chance, gerade jetzt nach dem zu suchen, was mein Leben in Zukunft ausmachen soll. Der Horizont für Christinnen und Christen ist dabei die Stadt Gottes, ein Ort, an dem wir Gott immer nah sein können, an dem es kein Leid und keine Verluste gibt.  

Ich bin sicher, dass diese Wochen uns prägen werden. Und vielleicht auch verändern, zum Guten. Vielleicht machen sie uns eher bereit, Schweres gemeinsam zu tragen. Das ist der Kern der Passionszeit – Augen zu öffnen für das Menschliche und sich selbst zu menschlich zeigen.

Fürbitten: (eine*r betet für sich oder alle, die in Wohnung/Haus sind beten abwechselnd laut)

Gott. Wir sind verbunden. Als Menschen mit Menschen. Als Glaubende miteinander. Als Glaubende und Menschen mit Dir. Wir bringen Dir unsere Gedanken, unser Danken und unser Sorgen. Heute. Stille

Wir denken an alle, die wir lieben. Stille.

Wir denken an alle, die in diesen Zeiten noch einsamer sind. Stille.

Wir denken an alle Kranken. Und an alle Kranken in Krankenhäusern, die keinen Besuch haben können. Stille. Wir denken an alle, die helfen. Sie setzen sich und ihre Kraft und ihre Gaben ein füreinander. Stille.

Gott. Wir sind Deine Menschen. Wir sind miteinander verbunden. Atmen die Luft Deiner Schöpfung. Beten zu Dir in allem, was ist. Beten zu Dir mit den Worten, die uns im Herzen wohnen:

 

Vater Unser

Segen

Hände öffnen und laut sprechen:

Gott segne uns und behüte uns.

Gott lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig.

Gott erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns Frieden. Amen

Vertiefung, passend zum Sonntag:

Zwei Ideen kommen aus Hamburg und Bergedorf:

 

Malaktionen:

Steine bemalen: Mit Kindern und für alle die gerne malen, gibt es die Aktion Hoffnungssteine. Dazu werden möglichst flache, saubere Steine mit Stiften bemalt und mit einer hoffnungsvollen Botschaft versehen, z.B. „stärker als der Tod“. Die können mit Lack oder durchsichtigem Nagellack versiegelt und irgendwo in Neuallermöhe und Bergedorf ausgelegt werden, z.B. vor der Kirche oder auf dem Marktplatz… wer sie findet, darf sie woanders hinbringen.

 

Hoffnungsbotschaften und Kerzen aus Kreide: Wer Kreide zur Hand hat, kann auf dem Weg vor dem Haus oder vor der Kirche eine gute Nachricht an alle hinterlassen. Das haben schon einige in Neuallermöhe angefangen. Wer vor der Franz-von-Assisi-Kirche vorbeikommt, kann auch dort eine Kerze malen oder eine Botschaft schreiben, die Freude und Hoffnung schenkt. 

 

Nähaktion:

 

Für alle die nähen, ich weiß das sind in unserer Gemeinde eine Menge, gibt es einen Aufruf, von der Bergedorfer Sozialstation mittendrin!, Mundschütze zu nähen. Sie werden weiterverteilt. Eine Frau aus unserer Gemeinde arbeitet z.B. in einer Physiotherapiepraxis und bekommt keinen Mundschutz mehr. Sie hat sich selbst einen genäht. Eine Nähanleitung steht unter  https://www.mittendrin-online.de/start/aktuelles/ . Wer Stoff spenden, einen Mundschutz bestellen oder abgeben will kann sich bei mittendrin! melden: werkstatt@mittendrin-online.de

 

Und hier ist noch der Hinweis für ausgebildete (Telefon-)Seelsorger*innen:

 

Die Nordkirche hat in Kooperation mit dem Beratungs- und Seelsorgezentrum St. Petri in Hamburg eine Seelsorge-Hotline aufgebaut, für deren Durchführung sie Seelsorger*innen zur Teilnahme einlädt. Denn Menschen, die besonders auf persönliche Zuwendung und Ansprache angewiesen sind – z. B. Bewohner*innen von Seniorenheimen – spüren in diesen Tagen den fehlenden Besuch, die ausbleibende seelsorgliche Begleitung. Wer sich beteiligen möchte, kann sich wenden an: freiwillige.seelsorge@hb2.nordkirche.de

 

Das Pfarrteam der Kirchengemeinde Bergedorfer Marschen wünscht einen gesegneten Sonntag!

Alle Gottesdienste finden in der Franz-von-Assisi-Kirche statt!

 

Palmsonntag Sonntag 5. April

Dieser Gottesdienst findet aufgrund von Corona nicht statt! Achten Sie auf den Newsletter und Ankündigungen auf der Homepage. 

10:00 Uhr Gottesdienst, Pastorin Gwen Bryde

 

Gründonnerstag 9.April

Dieser Gottesdienst findet aufgrund von Corona nicht statt! Achten Sie auf den Newsletter und Ankündigungen auf der Homepage. 

19:00 Uhr Feierabendmahl Pastorin Gwen Bryde

 

Karfreitag 10.April

Dieser Gottesdienst findet aufgrund von Corona nicht statt! Achten Sie auf den Newsletter und Ankündigungen auf der Homepage. 

10:00 Uhr Gottesdienst, Pastor Thomas Heß

 

Karsamstag/Osternacht 11.April

Dieser Gottesdienst findet aufgrund von Corona nicht statt! Achten Sie auf den Newsletter und Ankündigungen auf der Homepage. 

21:00 Uhr Liturgische Osternacht für Jugendliche, Diakonin Corinna Harms und Team
 (bitte anmelden!)

 

Ostersonntag 12. April

Diese Gottesdienste finden aufgrund von Corona nicht statt! Achten Sie auf den Newsletter und Ankündigungen auf der Homepage. 

6:00 Uhr Gottesdienst, Pastor Thomas Heß

10:00 Uhr Familien- Gottesdienst, Pastorin Dietlind Jochims

 

Ostermontag, 13. April

Dieser Gottesdienst findet aufgrund von Corona nicht statt! Achten Sie auf den Newsletter und Ankündigungen auf der Homepage. 

10:00 Uhr Begrüßungsgottesdienst der neuen Konfirmanden steps´21,
Pastorin Bryde, Diakonin Harms

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