die Nase in den Wind halten, den Schal zum ersten Mal weglassen, die frischen grünen Spitzen der Pflanzen bewundern, wieder Fahrrad fahren, auf der Straße zum Plaudern stehen bleiben, das erste Mal denken "die Sonne hat schon ein bisschen Kraft". Körper und Seele recken sich dem Frühling entgegen. Und das Blut scheint anders zu pulsieren - die Lebensgeister erwachen neu.
Kein Wunder, dass in diese Zeit die großen Feste der Kirche fallen: Ostern, die Konfirmationen, dann Himmelfahrt und Pfingsten. Das Leben nimmt Anlauf für das Jahr und saugt die neue Kraft auf. An Ostern erschallt immer der Ruf:
"Der Herr ist auferstanden! - Er ist wahrhaftig auferstanden!"
Und Mensch und Natur erfahren es leibhaftig. Es ist für mich eines der Geheimnisse des Lebens, dass wir diese Rhythmen erleben und dass das Kirchenjahr diesen Geheimnissen Raum gibt. Ein- und Ausatmen, sich einigeln und sich strecken, Schweres und Leichtes, Trauriges und Fröhliches, Aktivität und Ausruhen. Für mich ist es die Besinnung darauf, dass wir Menschen das Leben geschenkt bekommen haben und nicht alles in unserer Hand liegt. Scheinbar sind wir hauptsächlich Empfangende und bekommen das Wichtigste auf dem Weg. Das ist nicht immer so leicht, wenn der Weg einem Steine bietet. Das stimmt. Ostern bietet mir dann das große "Trotzdem" an, das Aufstehen des Lebens in und nach dem Schweren - bis zuletzt. Und jedes Jahr neu.
Eine Wunder-volle Frühlingszeit wünscht Euch und Ihnen Irmela Knaack