12 December 2018    
 
 
 
 
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Das Kreuz im Eingang

Weiter hängt im Eingang ein Kreuz. Es ist eine Nachbildung. Das Original dieses Kreuzes hing in San Damiano, einer kleinen Kirche in der Nähe von Assisi, dem Geburtsort des Heiligen Franziskus. Vor dem Kreuz kniend hörte er eines Tages Gottes Stimme: „Baue meine Kirche auf“. Als Sohn aus reichem Hause änderte er sein Leben daraufhin radikal. Zuerst nahm er den Auftrag wörtlich und baute die verfallene Kirche San Damiano wieder auf. Später wurde er tatsächlich zu einem der großen Reformatoren der Kirche. Das Kreuz hat bis heute seine Ausstrahlung behalten. Auf der einen Seite zeigt es das Leiden und Sterben Jesu. Er nimmt auf sich das Unrecht der Menschen, das wir immer wieder einander zufügen und selbst erleiden: Unsere Engherzigkeit, den Stolz, die Machtfantasien, die Angst vor Neuem, vor anderen usw. Doch dieses Kreuz führt uns über den Tod Jesu hinaus: Um den Kopf herum breitet sich der Heiligenschein aus, das helle Licht der Auferstehung. Der Kopf blickt aufrecht und gerade wie bei uns Lebenden – Christus lebt. Das Kreuz und der Tod haben nicht das letzte Wort, sondern die Über-windung des Bösen. Heute hängt das Original in Santa Chiara, der Kirche über dem Grab der Heiligen Clara, der Weggefährtin von Franziskus.

Chorraum und Altar

Mit dem Eintritt in den Kirchraum öffnet sich der Blick auf den Chorraum, der Platz, an dem der Altar steht. Er steht in Richtung Jerusalem (Osten). Um ihn herum wird das Abendmahl gefeiert. Die Wand dahinter ist gerundet und geschwungen wie die ausgebreiteten Arme der Mutter oder des Vaters. Sie ist weiß und lädt ein, sie zu gestalten und mit eigenen Gedanken zu füllen, zu suchen und zu empfangen. Das zeigt uns, dass kein Bild von Gott das einzig richtige ist und dass die Bedeutung von Jesus für uns wandelbar ist.

Das Taufbecken

Das Taufbecken ist aufgespannt zwischen Himmel und Erde. Nur so hält es sich im Raum. So wird es zum Symbol unseres Lebens: Wenn eine der Verbindungen fehlt, geraten wir aus unserem Gleichgewicht. Die Taufe macht spürbar, wie Gott in uns wirkt: Das Böse soll aus unserem Herzen herausgespült werden und keine Wurzeln schlagen können; das Gute soll mit dem Wasser des Lebens bewässert werden und Frucht bringen. Die Taufe zeigt uns, dass wir zu Gott gehören und der Welt nicht heillos ausgeliefert sind.

Lesepult

Am Lesepult werden im Gottesdienst biblische Texte gelesen. Wir Christen und Christinnen glauben, dass Gott durch die Geschichten und Texte der Bibel auch heute zu uns spricht. Sie erzählen von der Gottsuche der Menschen und den Erfahrungen, die sie mit Gott gemacht haben.

Stühle

Die Franz von Assisi-Kirche hat keine festen Bänke, sondern Stühle. Üblicherweise stehen sie im Halbrund: Der Altar als Sinnbild der Gegenwart Gottes ist so sowohl Gegenüber als auch Teil der Gemeinde. Ebenso sehen die Menschen die Gesichter der anderen in Gemeinschaft und als Gegenüber.

Die Orgel

Die Orgel steht zwar nicht direkt vor Augen, nimmt uns aber ebenfalls in die Gemeinschaft hinein. In Gottesdiensten und bei Taufen, Konfirmationen,  Trauungen und Beerdigungen begleitet sie den Gesang der Gemeinde und lädt zum Mitsingen ein.

Das Fenster der Barmherzigkeit

Das Fenster der Barmherzigkeit stammt aus der alten Hauptkirche St. Nikolai. 1939 wurden die Fenster ausgebaut und in den Katakomben von St. Michaelis eingelagert. Jahre später wurden sie wiederentdeckt und von Mitgliedern der Glaserinnung restauriert. Der Kirchenvorstand der „neuen“ Hauptkirche St. Nikolai hat der Franz von Assisi-Kirche das alte Fenster zur Verfügung gestellt. Diese Art der Fenster erzählte in einer Zeit, als nur wenige Menschen lesen konnten, von den biblischen Geschichten und Gestalten. Und sie tauchen Kirchen in ein warmes Licht, das uns einlädt zu verweilen. Wenn die Sonne hindurch scheint, wirft das Glas bunte Lichter auf den Fußboden und die Gestalten leuchten auf. Je nachdem werden andere Details des Fensters „ins Licht gerückt“. Ganz oben sind verzierte Kirchentürme zu sehen. Sie streben dem Himmel entgegen und weiten unseren Blick. Von dort wachen Engel über die Menschen und zeigen, dass wir von guten Mächten begleitet werden. Der Engel links oben hält ein Spruchband: Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan. (Matthäus 7,7).

In der Mitte links nähern sich ein Mann und eine Frau Jesus (rechts). Er streckt ihnen die Hand entgegen. Die Tür im Hintergrund ist offen (der Schlüssel steckt noch), der Weg zu Gott ist frei. Es scheint, als würde der Engel im Hintergrund darauf aufpassen, dass die Tür auch ja offen bleibt.

Im Fenster unten rechts hält ein Engel den Bibelvers: „Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken. Nehmet auf euch mein Joch und lernet von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig. So werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen.“ (Matthäus 11, 28-30). Unten links ist das Wappen des Ehepaars Paul zu sehen, die das Fenster 1884 stifteten.

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